Sicher wachsen: Wie Start-ups ihre Strukturen mit dem Erfolg in Einklang bringen

Start-ups wachsen häufig schneller, als ihre internen Strukturen mithalten können. Dabei verändern sich die Anforderungen von der Gründung über die Seed- und Series-A-Phase bis zur Skalierung grundlegend. Neue Kundinnen und Kunden, zusätzliche Mitarbeitende, internationale Expansion oder Finanzierungsrunden bringen neue Anforderungen an Finanzen, Buchhaltung, Organisation und Governance mit sich. Was gestern noch funktionierte, wird plötzlich zum Engpass.

Gründer stellen sich in verschiedenen Start-up-Phasen deshalb unterschiedliche Fragen: Welche Grundlagen müssen bereits in der Pre-Seed- und Seed-Phase geschaffen werden? Wann braucht es professionelles Controlling und Finanzreporting? Und wie bereitet sich ein Start-up auf eine Series-A- oder Series-B-Finanzierung und die damit verbundene Due Diligence vor?

Dabei stehen nicht nur Administration oder Finanzen im Vordergrund. Erfolgreiche Start-ups entwickeln Produkt, Organisation und Governance parallel weiter. Wer die richtigen Strukturen zur richtigen Zeit aufbaut, reduziert Risiken, gewinnt das Vertrauen von Investorinnen und Investoren und schafft die Grundlage für nachhaltiges Start-up-Wachstum.

Die zentrale Frage lautet deshalb: Ist unsere Organisation bereit für den nächsten Wachstumsschritt?

Wenn alles noch einfach scheint

In der frühen Phase dreht sich fast alles um das Produkt. Gründerinnen und Gründer sprechen mit potenziellen Kundinnen und Kunden, entwickeln Prototypen und testen erste Geschäftsmodelle. Gleichzeitig werden jedoch Entscheidungen getroffen, die das Unternehmen über Jahre hinweg prägen.

Besonders wichtig sind dabei:

  • klare Regelungen zwischen den Gründenden
  • Schutz von Marken, Software und geistigem Eigentum
  • ein realistischer Finanzplan
  • die ersten Governance-Strukturen
  • Mitarbeiterbeteiligungsprogramme mit Weitblick

Gerade die Zusammenarbeit innerhalb des Gründerteams wird häufig unterschätzt. Wer trifft welche Entscheidungen? Wie werden Beteiligungen geregelt? Und was passiert, wenn sich die Wege einer gründenden Person und des Unternehmens trennen? Werden diese Fragen früh geklärt, lassen sich spätere Konflikte oft vermeiden.

Eine belastbare Finanzplanung sollte frühzeitig erstellt werden. Durch die Schätzung der Umsätze, Aufwendungen und Liquidität schafft sie ein gemeinsames Verständnis zu den finanziellen Erwartungen und schafft Verbindlichkeit in der Planung.

Auch Start-ups haben es gerade zu Beginn schwer, wahrgenommen zu werden. Umso wichtiger ist es, frühzeitig in die Aussenwahrnehmung zu investieren und eine klare Marketingstrategie zu entwickeln.

Seed: Wenn Wachstum Komplexität schafft

Mit den ersten Kundinnen und Kunden verändert sich die Herausforderung grundlegend. Nun geht es nicht mehr nur darum, ein Produkt zu entwickeln, sondern ein Unternehmen aufzubauen.

Viele Abläufe entstehen zunächst pragmatisch und oft nebenbei. Was bei fünf Mitarbeitenden funktioniert, stösst bei zwanzig oder dreissig schnell an Grenzen.

In dieser Phase zeigt sich häufig, ob das Start-up auf weiteres Wachstum vorbereitet ist:

  • Können die Finanzen zuverlässig gesteuert werden?
  • Sind Liquidität und Cashflow jederzeit transparent?
  • Unterstützt die IT-Infrastruktur weiteres Wachstum?
  • Sind Datenschutz- und Compliance-Anforderungen erfüllt?
  • Werden die richtigen Kennzahlen erhoben und ausgewertet?

Gerade Start-up-Buchhaltung und Controlling sollten mit dem Wachstum Schritt halten. Verlässliche Finanzdaten sind nicht nur für die operative Steuerung wichtig. Sie bilden auch die Grundlage für fundierte Entscheidungen und ein professionelles Reporting gegenüber Investorinnen und Investoren.

Ein strukturiertes Finanzreporting hilft dabei, die Entwicklung des Unternehmens regelmässig zu beurteilen und Abweichungen zur Finanzplanung (inkl. Liquiditätsplanung) frühzeitig zu erkennen. So können rechtzeitig fundierte Korrekturmassnahmen eingeleitet werden.

Spätestens bei der Vorbereitung einer Finanzierungsrunde werden diese Fragen zentral. Investorinnen und Investoren wollen nachvollziehen können, wie sich das Unternehmen entwickelt und welche Faktoren das Wachstum tatsächlich treiben.

Series A: Aus Gründenden wird Management

Mit einer Series-A-Finanzierung verändern sich die Erwartungen grundlegend. Während zuvor vor allem die Idee und das Marktpotenzial im Vordergrund standen, rückt nun die Organisation in den Fokus.

Viele Start-ups erleben in dieser Phase den Übergang von einer Gründerorganisation zu einem professionell geführten Unternehmen. Verantwortlichkeiten werden klarer zugewiesen, Führungsstrukturen aufgebaut und Entscheidungswege definiert.

Typische Fragestellungen sind:

  • Sind die Produktions- und Verkaufsprozesse ausreichend robust für die Skalierung?
  • Können neue Mitarbeitende effizient integriert werden?
  • Welche Support-Funktionen sollen intern aufgebaut werden?
  • Ist das Unternehmen auf eine Due Diligence vorbereitet?

Auch in dieser Phase muss das Management-Team wachsam sein, um Veränderungen in den Marktbedingungen frühzeitig zu erkennen und entsprechend darauf zu reagieren.

Mit dem Wachstum wächst die Komplexität, was die Governance anspruchsvoller macht. Statuten, Aktionärbindungsverträge und Entscheidungsprozesse sollten überprüft werden, um sicherzustellen, dass diese zur aktuellen Unternehmenssituation passen.

Dass ein engagiertes Team einen entscheidenden Unterschied macht, sollte allen klar sein. Deshalb gilt es, den Teamgeist zu stärken und gemeinsame Ziele hervorzuheben.

Series B und Skalierung: Wenn Expansion zur Herausforderung wird

Mit zunehmender Unternehmensgrösse verschieben sich die Schwerpunkte erneut. Internationale Aktivitäten, weitere Gesellschaften oder Akquisitionen stellen Anforderungen, die in den ersten Jahren kaum relevant waren.

Im Vordergrund stehen nun insbesondere:

  • internationale Strukturen und Tochtergesellschaften
  • Konsolidierung
  • Formalisierung des internen Kontrollsystems und der Compliance
  • Transfer Pricing
  • M&A-Transaktionen
  • Vorbereitung auf einen IPO oder andere Kapitalmarkttransaktionen

Wachstum wird dadurch immer stärker zu einer organisatorischen Herausforderung. Erfolgreiche Scale-ups investieren deshalb in Prozesse, bevor Engpässe entstehen.

Wachstum bedeutet mehr als Finanzen

Viele Start-ups verbinden Professionalisierung zunächst mit Buchhaltung, Steuern oder Administration. Für nachhaltigen Unternehmenserfolg sind jedoch häufig andere Faktoren entscheidend.

Die eigentlichen Wachstumstreiber sind:

  • internationale Skalierbarkeit
  • Fokus auf den Kundennutzen
  • klare Differenzierung von den Mitbewerbern
  • Gewinnung und Bindung von Talenten
  • verlässliche und belastbare Finanzdaten
  • Schutz des geistigen Eigentums
  • robuste Compliance und verlässlicher Datenschutz

Die erfolgreichsten Unternehmen planen deshalb nicht nur das nächste Quartal, sondern die nächsten ein bis zwei Jahre. Sie schaffen die notwendigen Strukturen frühzeitig und entwickeln diese kontinuierlich weiter.

BDO hilft dabei, den Überblick zu behalten und die richtigen Themen zur richtigen Zeit fokussiert anzugehen – pragmatisch und abgestimmt auf die aktuelle Wachstumsphase.

Denn langfristig wachsen Unternehmen selten schneller als ihre Organisation. Nachhaltiger Erfolg entsteht dort, wo Produkt, Menschen und Strukturen miteinander Schritt halten.

Sind Ihre Strukturen bereit für den nächsten Wachstumsschritt?

Mit dem Wachstum eines Start-ups verändern sich auch die Anforderungen an Finanzen, Buchhaltung, Controlling, Governance und Compliance. Wir unterstützen Start-ups dabei, Strukturen frühzeitig aufzubauen, weiterzuentwickeln und auf die nächste Wachstums- oder Finanzierungsphase vorzubereiten. Dabei stimmen wir unsere Unterstützung auf die jeweilige Situation ab – von der Finanzplanung und dem Reporting bis zur Vorbereitung auf Finanzierungsrunden und Due Diligence.

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