Lassen Sie Ihre Bäume nicht verrotten!

Am 28. Mai 2018 fielen zwei faule Bäume auf einem Waldstück der Eheleute A. auf die Gemeindestrasse in Rapperswil-Jona, glücklicherweise ohne jemanden zu verletzen. Die Feuerwehr reagierte schnell, um die Sicherheit der Gemeindestrasse zu gewährleisten. Das Resultat: Zwei Kisten Holzschnitzel und eine Rechnung in der Höhe von 680 Franken an die Eheleute A.

Die Eigentümer des Waldstückes weigerten sich, den Betrag zu bezahlen und reichten beim Bundesgereicht Beschwerde ein. Ihre Argumentation: Zum einen hätten sie die Feuerwehr nicht beauftragt und andererseits seien der Unterhalt sowie Erhalt der Gemeindestrasse Sache der Gemeinde.

Das Bundesgericht hat sein Urteil am 22. Juli 2019 gefällt (ATF 2C_560/2019). Auch wenn der Auftrag an die Feuerwehr zur Rodung der Bäume durch die Gemeinde erteilt wurde, sind es die Eigentümer des Waldstückes, die für die entstandenen Kosten auf deren Waldstück aufkommen müssen.

Beim Einsatz vom 28. Mai 2018 habe es sich um eine Sicherungs- und Behebungsmassnahme gehandelt, die gestützt auf das kantonale Feuerwehrrecht vorzunehmen und den Zustandsstörern in Rechnung zu stellen sei. Die Beseitigung der Baumstämme zähle nicht zum gewöhnlichen, von der Gemeinde zu tragenden Strassenunterhalt. Das St. Galler Gesetz sieht für den Fall von Naturschäden, die durch eine Feuerversicherung abgedeckt sind, durchaus eine Ausnahme vor. In diesem Fall handelte es sich jedoch nicht um einen natürlichen Schaden, da der Sturz durch das Verfaulen der beiden Baumstämme ausgelöst wurde.

Welche Vorkehrungen kann man nun treffen, um den oben aufgeführten Fall zu vermeiden, wenn man Bäume am Strassenrand besitzt?

Schaffen Sie sich Hühner an! Unser Nachbar hat vor kurzem vier Hühner gekauft. In diesem Sommer konnten wir mit Spass erleben, dass diese oft lieber in Bäumen als in ihrem Hühnerstall schlafen. Wenn nun deren Lieblingsschlafstelle unter dem Einfluss von Fäulnis zu wackeln beginnt, werden Sie mit Sicherheit das Gackern Ihrer Hühner hören und schnell handeln können, bevor die Feuerwehr kommen muss...