BDO Sustainability Survey 2026
BDO Sustainability Survey 2026
Nachhaltigkeit braucht mehr Führung und klarere Verantwortlichkeiten
Die aktuelle globale Nachhaltigkeitsstudie von BDO zeigt, dass Organisationen die Bedeutung von Nachhaltigkeit zunehmend erkennen. Trotz vorhandenen Wissens und technischer Fähigkeiten gelingt es vielen jedoch noch nicht, Nachhaltigkeit konsequent in Strategie, Führung und operative Prozesse zu integrieren. Während weltweit Governance und ethische Geschäftspraktiken als wichtigste Nachhaltigkeitspriorität gelten, gewinnen in der Schweiz soziale Nachhaltigkeitsthemen zunehmend an strategischer Bedeutung.
ESG: Global führt das «G», in der Schweiz rückt das «S» in den Fokus
Weltweit stufen 96 Prozent der Befragten Governance und ethische Geschäftspraktiken als wichtig oder sehr wichtig ein. Damit rücken auch klare Verantwortlichkeiten auf Führungsebene, Transparenz und wirksame Entscheidungsprozesse stärker in den Fokus.
Hierzulande gewinnen Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz und damit soziale Nachhaltigkeitsthemen an strategischer Bedeutung. Zu diesem Schluss kommt die diesjährige ESG-Reporting-Studie der Hochschule Luzern und von BDO Schweiz.
Roland Z'Rotz, Leiter Nachhaltigkeitsberatung bei BDO Schweiz, sagt: «Dies deutet darauf hin, dass viele Unternehmen heute erkennen, dass Nachhaltigkeit nicht nur eine regulatorische Anforderung ist. Die Unternehmen investieren in soziale Nachhaltigkeit, weil sie wirtschaftliche Vorteile erwarten, etwa durch tiefere Absenzen, höhere Arbeitgeberattraktivität und mehr Resilienz.»
Lücke zwischen Absicht und Umsetzung
Der BDO Sustainability Survey 2026 macht eine Herausforderung im Bereich Führung deutlich. Viele Organisationen verfügen über das Wissen und die technischen Fähigkeiten, um Nachhaltigkeitsinitiativen voranzutreiben. Das Engagement der Führungsebene wurde jedoch weltweit als schwächster Bereich der Umsetzungskapazität identifiziert.
Unternehmen stehen vor der Aufgabe, Nachhaltigkeitsziele in messbare Ergebnisse zu übersetzen, Stakeholder einzubinden, die Datenerhebung und Berichterstattung zu verbessern sowie Nachhaltigkeit stärker im operativen Geschäft zu verankern. Um Fortschritte voranzutreiben, braucht es insbesondere ein stärkeres Engagement der Führungsebene und klare Verantwortlichkeiten.
Mehr als drei Viertel der befragten Organisationen geben an, Unterstützung zu benötigen, um ihre Nachhaltigkeitsziele zu erreichen:
- In Europa haben 53,8 Prozent der Organisationen Unterstützungsbedarf bei der Weiterentwicklung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. «Europa verfügt über eines der am stärksten regulierten Nachhaltigkeitsumfelder weltweit. Entsprechend stehen viele Organisationen nun vor der Herausforderung, regulatorische Anforderungen in konkrete Strategien, Prozesse und messbare Resultate zu übersetzen», sagt Roland Z'Rotz.
- In Asien-Pazifik sind 84,6 Prozent auf Unterstützung bei Strategie sowie Daten und Reporting angewiesen.
- In Lateinamerika und der Karibik sind es sogar 91 Prozent, die Hilfe bei der Entwicklung und Verfeinerung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie benötigen.
- Im Nahen Osten und in Afrika erstreckt sich der Unterstützungsbedarf breit über Strategie, Umsetzung, Berichterstattung, Compliance und Stakeholder-Management. Gleichzeitig zählt der verantwortungsvolle Umgang mit natürlichen Ressourcen zu den wichtigsten Nachhaltigkeitsprioritäten der Region, was unter anderem auf Herausforderungen wie Wasserknappheit und Versorgungssicherheit zurückzuführen ist.
KI braucht Governance
Der Bericht untersucht zudem die wachsende Rolle künstlicher Intelligenz im Nachhaltigkeitsmanagement. KI kann Organisationen bei der Datenerhebung, Analyse, Berichterstattung und dem Management komplexer Lieferketten unterstützen. Gleichzeitig weist BDO darauf hin, dass KI allein bestehende Herausforderungen nicht löst. Glaubwürdige Nachhaltigkeitsergebnisse setzen weiterhin qualitativ hochwertige Daten, klare Verantwortlichkeiten, eine starke Governance und menschliche Aufsicht voraus. Mit diesen Voraussetzungen können Organisationen künftig am stärksten von den Effizienzgewinnen profitieren.