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  • Aktuelles zum Thema Arbeitsbewilligungen - Juni 2018 - 1
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Aktuelles zum Thema Arbeitsbewilligungen - Juni 2018 - 1

01. Juni 2018

Die neue Stellenmeldepflicht - das Wichtigste auf einen Blick 

Die Stellenmeldepflicht ist die Umsetzung des Inländervorrangs light und das Resultat der Initiative "Gegen Masseneinwanderung" (Art. 121a BV), welche das Schweizer Stimmvolk im Februar 2014 angenommen hat. Zur besseren Nutzung des inländischen Arbeitskräftepotenzials sollen offene Stellen in Berufsarten mit einer bestimmten Arbeitslosenquote dem zuständigen Regionalen Arbeitsvermittlungszentrum (RAV) gemeldet werden, bevor diese anderweitig ausgeschrieben oder besetzt werden.

 

Einführung der Stellenmeldepflicht

Ab 1. Juli 2018 müssen Stellen in Berufsarten mit schweizweit mindestens 8 Prozent Arbeitslosigkeit durch Arbeitgeber, private Arbeitsvermittler, Headhunter und Personalverleihunternehmen gemeldet werden.

Dies gilt auch dann, wenn der Arbeitgeber nicht zu einer meldepflichtigen Branche gehört, aber einen Arbeitnehmenden aus einer meldepflichtigen Berufsart sucht.

Ab 1. Januar 2020 wird dieser Schwellenwert auf 5 Prozent gesenkt.

 

Ausnahmen von der Stellenmeldepflicht

Offene Stellen müssen nicht gemeldet werden, wenn:

  • der Arbeitgeber selbst beim RAV registrierte Stellensuchende findet und anstellt.
  • die Stelle intern besetzt wird. Also innerhalb eines Unternehmens, einer Unternehmensgruppe oder eines Konzernes mit einer Person, die seit mindestens sechs Monaten angestellt ist.
  • die Beschäftigung maximal 14 Kalendertage dauert.  
  • eine Person angestellt wird, die mit einem Zeichnungsberechtigten im Unternehmen durch Ehe oder eingetragene Partnerschaft verbunden oder die in gerader Linie oder bis zum ersten Grad in der Seitenlinie verwandt oder verschwägert ist.

 

Vorgehen zur Stellenmeldung

Das Verfahren zur Stellenmeldung wird in vier Teilschritte gegliedert.

  1. Offene Stellen sind dem zuständigen RAV persönlich, online oder telefonisch zu melden. Damit gezielt Stellendossiers zugestellt werden können, sind folgende Informationen zu melden:

    a. Berufsbezeichnung der vakanten Stelle
    b. Tätigkeitsbeschrieb
    c. Arbeitsort
    d. Arbeitspensum
    e. Datum des gewünschten Stellenantritts
    f. Art des Arbeitsverhältnisses (befristet oder unbefristet)
    g. Kontaktadresse und Name des Unternehmens
     
  2. Nach erfolgreicher Stellenmeldung stellt das RAV eine Meldebestätigung zu. Beginnend am Tag nach Eingang der Meldebestätigung gilt ein Meldeverbot von fünf Arbeitstagen. Samstag, Sonn- und Feiertage gelten nicht als Arbeitstage und das Publikationsverbot kann sich unter Umständen bedeutend verlängern.
     
  3. Innerhalb von drei Tagen nach Meldung der Stelle informiert das RAV über passende Kandidaten und stellt entsprechende Dossiers beziehungsweise eine Meldung betreffend Nichtverfügbarkeit von passenden Kandidaten zu.
     
  4. Nach Prüfung der erhaltenen Kandidatendossiers, muss dem RAV gemeldet werden, ob:

    a. ein Kandidat als geeignet erachtet und zu einem Bewerbungsgespräch oder einer Eignungsabklärung eingeladen wird.  
    b. ein Kandidat eingestellt wird.
    c. die Stelle weiterhin offen ist.

 

Gegenüber dem RAV besteht keine Begründungspflicht im Falle einer Nichtberücksichtigung eines vorgeschlagenen Kandidaten. Dennoch besteht die Pflicht geeignete Kandidaten mittels Bewerbungsgespräch oder Eignungsabklärung zu prüfen.

 

Konsequenzen bei der Verletzung der Stellenmeldepflicht 

Bei vorsätzlichem Verstoss gegen die Stellenmeldepflicht oder die Pflicht zur Durchführung eines Bewerbungsgesprächs oder einer Eignungsabklärung können Bussen von bis zu 40'000 Franken erhoben werden. Bei Fahrlässigkeit beträgt die Busse bis zu 20'000 Franken. (Art. 117a AuG)

 

Liste der betroffenen Berufsarten

Im Anhang finden Sie die Liste mit den von der Stellenmeldepflicht betroffenen Berufsarten.

 

Download (PDF)

Liste der betroffenen Berufsarten (Excel)