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  • Zero-Based Budgeting

    Ein Instrument für Krisenzeiten?

Publikation:

Zero-Based Budgeting - ein Instrument für Krisenzeiten?

16. Dezember 2020

3 min

Lange als schwerfällig und aufwändig abgetan, scheint sich die Budgetierung von der Nullbasis aus wieder zunehmender Beliebtheit zu erfreuen. Doch woher kommt der Sinneswandel und was genau spricht für und gegen diese Budgetierungsmethode?


Zero-based budgeting oder die Nullbasisbudgetierung ist eine Methode der Budgetierung, bei der alle Ausgaben für jede neue Periode begründet werden müssen. Beim Prozess der Nullbasisbudgetierung wird das Budget von Grund auf neu geplant und für jede Funktion innerhalb einer Organisation werden die Bedürfnisse und Kosten analysiert. Die Budgets für die kommende Periode werden basierend auf den Bedürfnissen und Kosten der jeweiligen Abteilungen definiert, unabhängig davon, ob das jeweilige Budget höher oder niedriger ist als das Vorjahresbudget. Pete Pyhrr, Accounting Manager bei Texas Instruments, hat die Idee des zero-based budgeting in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren entwickelt und bei Texas Instruments mit Erfolg eingesetzt.
 

Zero-based budgeting auf dem Vormarsch

Die Studie «Beyond the ZBB Buzz» von Accenture Strategy im Jahr 2018 hat gezeigt, dass der Einsatz dieser Budgetierungsmethode im Zeitraum von 2013 bis 2017 bei den 85 weltgrössten Unternehmen mit rund 57 Prozent pro Jahr stark zugenommen hat. Unternehmen, die zero-based budgeting verwenden, sind beispielsweise Kraft Heinz Co. oder Unilever. Lange haben sich Führungspersonen davor gescheut, zero-based budgeting als Mittel zum Verständnis der kritischen Faktoren und Treiber ihres Unternehmens zu verwenden.

Der Ansatz, bei dem die Ausgaben für jede Budgetperiode gerechtfertigt werden müssen, sei zu mühsam, beinhalte zu viel Mikromanagement und stelle diverse weitere Herausforderungen dar. Wenn ein Unternehmen zum ersten Mal zero-based budgeting anwendet, müssen einige Anfangshürden überwunden werden. Nebst dem grösseren Aufwand sind viele von ihnen aber technischer Natur: die Schaffung neuer Verknüpfungen zwischen zuvor isolierten Finanzdatensystemen oder die Integration von verschiedenen Tabellenkalkulationen in eine einzige Budgetierungsplattform sind Beispiele für solche Anfangshürden. Doch wer den Schritt wagt, dem winken auch grosse Vorteile durch zero-based budgeting.
 

Was spricht für zero-based budgeting?

Beispielsweise erlaubt es zero-based budgeting, strategische Ziele auf höchster Ebene in den Budgetierungsprozess zu implementieren und das ständige Überdenken der Massnahmen führt zu weniger Ineffizienzen. Zero-based budgeting erlaubt es zudem, massiv Kosten einzusparen, da bei einer ungenügenden Begründung das Budget nicht gesprochen und damit eingespart wird. Das in einer Abteilung gesparte Geld kann bei Bedarf an andere Abteilungen verteilt werden. Weiter wird so die interne Kommunikation gefördert, da die Abteilungen stets im Austausch sein müssen, um die optimale Ressourcenallokation zu gewährleisten.
 

Geringer Mehraufwand für agile Unternehmen

Der Gesamtaufwand ist bei zero-based budgeting auf jeden Fall höher als bei anderen, klassischen Budgetierungsmethoden. Nebst den Initialkosten müssen Führungskräfte für ihre neue Aufgabe ausgebildet und geschult werden. Doch in der Coronakrise haben sich zweierlei Dinge gezeigt: Erstens haben CFOs und andere Führungskräfte gezwungenermassen zero-based budgeting Prinzipien angewandt, indem sie Ressourcen aus zuvor unantastbaren Abteilungen in andere Abteilungen verschoben haben, um in der Krise das Schlimmste zu verhindern. Zweitens fällt der grösste Kritikpunkt an zero-based budgeting, der massive Aufwand, weg, da Unternehmen oftmals sowieso von einer Nullbasis starten müssen. So müssen in vielen international tätigen Firmen beispielsweise die Reise- und Eventkosten komplett neu überdacht werden.

Eine Frage, die sich auf C-Level Ebene möglicherweise stellt: «Sollen wir das Geld, welches wir momentan sowieso kaum für Reisen oder Events benötigen, möglicherweise in den Ausbau unserer IT und Remote-Work Infrastruktur stecken?». Das ist zero-based budgeting at its finest! Diese Gelegenheit, sich mit wichtigen und fundamentalen Fragen auseinanderzusetzen, gilt es auch in anderen Bereichen des Unternehmens zu ergreifen. Ein weiterer Aspekt, den es zu beachten gilt, ist derjenige der Digitalisierung. War es vor einigen Jahren noch mühselig, die erwähnten Daten aus Arbeitsblättern und Tabellen zusammenzuführen, so gibt es in der heutigen Arbeitswelt genügend moderne Tools, die es erlauben jegliche Datensätze zu sammeln und zu analysieren. Unternehmen, die bereits über solche Tools und eine robuste IT-Infrastruktur verfügen, haben also die beste Grundlage, sich auf das Experiment des zero-based budgeting einzulassen.


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