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  • BDO Verwaltungsratsstudie 2020

    Studie zu Honoraren und Strukturen von Verwaltungsräten in Schweizer KMU

Studie:

Honorare und Strukturen von Verwaltungsräten in Schweizer KMU

03. Juni 2020

 

Durchschnittshonorar bei KMU-Verwaltungsräten unverändert bei 22'000 Franken

Mitglieder[1] eines Verwaltungsrats (VR) von Klein- und Mittelunternehmen (KMU) in der Schweiz verdienen im Jahr 2020 im Durchschnitt etwa 22‘000 Franken pro Jahr. Damit sind Verwaltungsratspräsidien (VRP), VR-Vizepräsidien, Delegierte, VR-Ausschuss- und ordentliche Mitglieder gemeint. Mit durchschnittlich etwa 30‘000 Franken bzw. 28‘000 Franken liegt die Entschädigung[2] von VR-Präsidenten und VR-Delegierten am höchsten. VR-Vizepräsidenten, Mitglieder von VR-Ausschüssen und ordentliche VR-Mitglieder werden im Bereich von 15‘000 bis 17‘000 Franken entschädigt. Nach den Rückgängen der Vorjahre ist die durchschnittliche Entlohnung von Verwaltungsratsmitgliedern im Vergleich zu 2017 weitgehend stabil geblieben.

VR-Studie 2020 - Brutto-Jahresentschädigung

Grafik: Brutto-Jahresentschädigung nach Funktion
 

Honorar «in der Mitte» beträgt nur 12'000 Franken

Wenn man alle Entlohnungen von Mitgliedern des Verwaltungsrats in aufsteigender Reihenfolge sortiert, ergibt sich für die Person bzw. Entlohnung in der Mitte ein Zentralwert[3] von genau 12‘000 Franken. Für VR-Präsidenten und VR-Delegierte betragen die entsprechenden Zentralwerte 15‘000 Franken bzw. 12'000 Franken, für alle anderen Positionen im Verwaltungsrat 10‘000 Franken. Die Mehrzahl der Verwaltungsräte verdient also weniger als es die Durchschnittswerte vermuten lassen.

Pro Verwaltungsratssitzung beträgt der übergreifende Zentralwert der Vergütung 2'273 Franken. In Anbetracht der Verantwortung, die Verwaltungsräte tragen, erscheint dieser Wert als sehr moderat. Insgesamt haben die Unterschiede der Vergütung nach Branchen und auch nach Grösse der Unternehmen, gemessen am Personalbestand, abgenommen.
 

Personalunion dominiert bei kleinen Unternehmen

Bei insgesamt mehr als der Hälfte der KMU (53 Prozent) ist die Führung der Geschäftsleitung und des Verwaltungsrats ein und derselben Person übertragen. Bei Kleinstunternehmen ist dieser Anteil mit 72 Prozent noch einmal deutlich höher.

VR-Präsidenten üben durchschnittlich etwa 2,9 VR-Mandate aus. Damit ist ein leichter Anstieg im Vergleich zur letztmaligen Durchführung der Studie (2017) zu beobachten. Demgegenüber ist die Anzahl an VR-Mandaten bei den anderen Mitgliedern des Verwaltungsrats mit durchschnittlich 2,2 Mandaten auf demselben Niveau wie in den Vorjahren geblieben.
 

Frauenanteil in Verwaltungsräten leicht gestiegen, aber immer noch auf tiefem Niveau

Durchschnittlich verfügt der Verwaltungsrat von KMU in der Schweiz über 3,6 Mitglieder, womit sich keine deutliche Veränderung gegenüber der letzten Durchführung der Studie ergeben hat. Der Anteil der Frauen in den Verwaltungsräten beträgt 16 Prozent und ist damit – nach einem leichten Rückgang im Jahr 2017 – wieder gestiegen. Der höchste Frauenanteil findet sich mit 21 Prozent bei Unternehmen mit bis zu 10 Mitarbeitenden.

Der Verwaltungsrat ist auch in der aktuellen Studie überwiegend von Personen im mittleren Alterssegment besetzt. Nur 10 Prozent sind jünger als 40 Jahre. 69 Prozent hingegen sind 50 Jahre alt oder älter. In ungefähr einem Zehntel der Fälle legen die untersuchten KMU in der Schweiz eine Altersbeschränkung für ihre Mitglieder des Verwaltungsrats fest.
 

Digitalisierungskompetenz spielt bei der VR-Besetzung keine grosse Rolle

Zum diesjährigen Sonderthema «Digitalisierung» wurden verschiedene Aspekte untersucht. Bei der Zusammensetzung des Verwaltungsrats spielt die Kompetenz in Bezug auf Digitalisierung nur eine untergeordnete Rolle. Die meisten befragten Verwaltungsratspräsidenten stufen digitales Know-how bei den Mitgliedern ihres Verwaltungsrats als gar nicht oder weniger wichtig ein, was angesichts der Bedeutung dieses Themas erstaunt.

VR-Studie 2020 - Kompetenz Digitalisierung

Grafik: Wichtigkeit der Kompetenz in Bezug auf Digitalisierung
 

Zudem gab eine deutliche Mehrheit an, dass im Verwaltungsrat keine Person existiert, die speziell für den Bereich Digitalisierung verantwortlich ist. Nur bei 30 Prozent der Verwaltungsräte nimmt eine Person diese Aufgabe explizit wahr.

Eine Untersuchung der Faktoren, die in einem positiven Zusammenhang zu einer fortgeschrittenen digitalen Transformation im Unternehmen stehen, zeigt allerdings, dass Digitalisierungskompetenzen auch ausserhalb des Verwaltungsrats sichergestellt werden können. Neben anderen, unternehmensintern vorhandenen Ressourcen kann die Zusammenarbeit mit externen Beratern die Umsetzung der digitalen Transformation des Unternehmens fördern.
 

Methodik der BDO Verwaltungsratsstudie

Die vorliegende Untersuchung wird von BDO mit vergleichbarer Methodik bereits seit 1995 regelmässig durchgeführt. Die hier angegebenen Ergebnisse wurden auf Basis der Angaben von 667 KMU und mittelständischen Aktiengesellschaften (AG) mit maximal 1‘000 Mitarbeitenden ermittelt. Die Durchführung der Befragung im Januar und Februar 2020 und die Auswertung der Daten erfolgten durch das Schweizerische Institut für Klein- und Mittelunternehmen (KMU-HSG) der Universität St.Gallen.

 

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[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im vorliegenden Text die männliche Sprachform verwendet; die Angaben beziehen sich auf Angehörige beider Geschlechter.

[2] Entschädigung, Entlohnung und Honorar sind in diesem Bericht synonyme Begriffe. Alle Zahlenangaben sind in Schweizer Franken (CHF) angegeben.

[3] Der Zentralwert (auch Median genannt) ist der Wert, der an der mittleren (zentralen) Stelle steht, wenn man die Werte grössenmässig sortiert. Wenn z.B. die Werte 5, 10, 15, 20 und 100 sind, beträgt der Mittelwert 30 (berücksichtigt also den Wert 100 relativ stark). Der Zentralwert hingegen beträgt nur 15 (zwei Werte liegen darüber und zwei darunter). Die Begriffe Zentralwert und Median werden im Rahmen dieses Berichts synonym verwendet. Auch die Begriffe Mittelwert und Durchschnitt sind synonym zu verstehen.