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Unternehmenssteuern

Unternehmen befinden sich im harten Wettbewerb. Steuern sind deshalb ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor. Langwierige Verfahren sind zu vermeiden, da diese Kräfte binden, Unsicherheiten schaffen und ein nicht unerhebliches Geschäftsrisiko darstellen. BDO hilft den Unternehmen mit einem ganzheitlichen Ansatz die richtigen Strukturen aufzubauen, Transaktionen aus steuerlicher Sicht zu begleiten, Verrechnungspreise zu optimieren und die Einhaltung der verschiedenen Gesetzgebungen sicherzustellen (Compliance). Dank der Erfahrung im nationalen und internationalen Steuerrecht vertreten wir die Unternehmen vor in- und ausländischen Steuerbehörden, auch in Rechtsmittelverfahren.

 

Wirtschaft im Gespräch - Unternehmenssteuerreform III

Was bedeutet das Abstimmungsresultat vom 12. Februar 2017 für die Schweizer Unternehmen und welche Massnahmen müssen sie einleiten? Denis Boivin, Leiter Produktbereich Steuern & Recht bei BDO, beantwortet die Fragen von Sandra Schiess.
 

 

Interview USR III

Steuerexperte Denis Boivin, Mitglied der Geschäftsleitung BDO und Leiter Produktbereich Steuern & Recht, im Gespräch mit Sandra Schiess, Moderatorin.

 

Am 12. Februar 2017 hat das Schweizer Stimmvolk das Bundesgesetz vom 17. Juni 2016 über steuerliche Massnahmen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmensstandorts Schweiz, auch bekannt unter dem Namen USR III, abgelehnt. Herr Boivin, Sie sind Leiter des Produktbereichs Steuern & Recht bei BDO, hat Sie dieses Ergebnis enttäuscht?

Denis Boivin: Natürlich hat mich dieses negative Ergebnis enttäuscht. Ein solches Ergebnis verunsichert international tätige Unternehmen, die in der Schweiz ansässig sind oder eine Ansiedlung geprüft haben. Mit dem Ergebnis wird die für unsere Wirtschaft schädliche Rechtsunsicherheit fortgesetzt, da wir auf kurze Sicht nicht wissen, wie der Übergang bis zur Aufhebung der kantonalen Steuerregime geregelt sein wird.


Ist die USR III damit endgültig gescheitert?

Nein. Aber unser Land hat keine andere Wahl. Die Schweiz muss ihren internationalen Verpflichtungen gegenüber der OECD und der EU nachkommen und die kantonalen Steuerregime abschaffen, wenn sie nicht auf einer «schwarzen» Liste der (im negativen Sinne) als Steuerparadiese eingestuften Staaten stehen will.


Was kann der Bundesrat jetzt unternehmen?

Meiner Ansicht nach muss der Bundesrat eine neue Vorlage für die USR III unterbreiten, die zumindest die Aufhebung der kantonalen Steuerregime enthält.


Was werden die Kantone unternehmen? Einige von ihnen hatten bereits kantonale USR III-Vorlagen umgesetzt.

Die Kantone werden ihre Vorhaben so lange auf Eis legen, bis die neuen gesetzlichen Bestimmungen von den Eidgenössischen Räten validiert wurden.


Was kann man jetzt den Unternehmen, insbesondere den KMU, empfehlen?

Angesichts einer derartigen Rechtsunsicherheit empfehlen wir den Unternehmen mit einem kantonalen Sondersteuerstatus einen Verzicht auf diesen Sonderstatus vor Inkrafttreten der geplanten Neufassung der USR III zu erwägen.


Ist ein derartiger Verzicht in allen Fällen möglich?

Ja, aber es ist unbedingt die steuerliche Behandlung der stillen Reserven des betreffenden Unternehmens durch den Sitzkanton zu berücksichtigen.


Wie wird es mit den gewährten Steuerrulings weitergehen?

Die gewährten Steuerrulings insbesondere im Zusammenhang mit diesen Steuerregimen werden Gegenstand eines spontanen Informationsaustauschs mit dem Staat sein, in dem sich das betreffende Unternehmen befindet. Immer unter der Bedingung, dass diese Rulings nach dem 1. Januar 2010 erlassen wurden und am 1. Januar 2018 noch in Kraft sein werden.


Und was ist mit Unternehmen, die keinen solchen Steuerstatus besitzen?

Die Unternehmen sollten in Erwägung ziehen, stille Reserven zu bilden beziehungsweise aufzulösen, je nachdem, für welche Optionen sich der betreffende Kanton in Bezug auf die Gewinnsteuer entschieden hat. Wenn der Kanton eine Senkung des Gewinnsteuersatzes plant, könnte es von Vorteil sein, vor der Steuersatzänderung stille Reserven zu bilden.


Gibt es kein Patentrezept zur Bewältigung der Unsicherheit?

Leider nein. Wir können den Unternehmen nur empfehlen, eine detaillierte Steueranalyse ihrer gegenwärtigen Situation mit ihrem Steuerberater durchzuführen.


Wir danken Ihnen für das Gespräch.