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KMU in der Krise
Viele KMU haben die Krise zum Glück gut überstanden. Einige wurden jedoch hart getroffen und kämpfen ums Überleben. Ein Konkurs vernichtet eine Unternehmung und ist oft für den Unternehmer, die Unternehmerin, auch eine private Tragödie. Es ist bemerkenswert, welche Ressourcen angesichts dieser Perspektive mobilisiert werden, um die Katastrophe doch noch abzuwenden. In einer akuten Krise sind vor allem zwei Faktoren noch knapper als sonst: Zeit und Geld.
Die flüssigen Mittel müssen in der Krise akribisch bewirtschaftet werden. Oft werden Zahlungen sukzessive hinausgeschoben. Bei den Löhnen, den Leasing-Raten und der Miete ist ein Aufschub nicht oder kaum möglich. Die Zahlungsverzögerungen erfolgen bei den Lieferantenforderungen und sonstigen Gläubigern. Um Liquidität zu schöpfen, werden diese Zahlungen jeden Monat etwas später geleistet. Da eine Liquiditätskrise oft länger dauert, verlieren gewisse Lieferanten mit der Zeit das Vertrauen; sie lassen sich nicht länger vertrösten und stellen auf Voraus- bzw. Barzahlung um. Dadurch verschärft sich die finanzielle Lage nochmals und der Druck nimmt weiter zu.
Link zum Thema Liquidität: "Liquidität ist wichtiger als Gewinn", ZOOM Nr. 3/2009
In der Zwischenzeit laufen die Sanierungsbemühungen auf Hochtouren. Unternehmer, welche ihr Unternehmen sanieren, müssen an die Zukunft glauben und reelle Chancen für eine Gesundung ausmachen können. Unternehmer sind immer bis zu einem gewissen Grad Optimisten, denn nur so kann man Risiken eingehen und erfolgreich wirtschaften. Der Aufschub der Zahlungen an die Gläubiger erfolgt deshalb immer unter dem Gesichtspunkt der Chancen, welche die Sanierung oder baldige Gesundung der Unternehmung eröffnen kann. Ein wichtiges Motiv ist der Erhalt der Arbeitsplätze.
In diesem Kontext werden diejenigen Lieferanten fristgerecht oder zumindest bevorzugt bezahlt, welche Waren liefern oder Dienstleistungen erbringen, die für die unmittelbare Weiterexistenz der Unternehmung unerlässlich sind. Es sind dies vor allem die Lieferanten von Rohmaterial und Halbfabrikaten, welche für die laufende Produktion benötigt werden. Die Bezahlung der anderen Lieferanten, der Steuern, Mehrwertsteuern, Quellensteuern und der Sozialversicherungen werden – der Not gehorchend – aufgeschoben mit der Absicht, diese Verbindlichkeiten später zu begleichen. Oft sind sich die Verantwortlichen nicht bewusst, dass der Aufschub von Zahlungen an die Sozialversicherungen und vor allem an die AHV verheerende Folgen haben kann.

