CEO Blog

26.02.2014

19 Milliarden USD für Daten

Ich gebe gerne zu, dass ich beim Börsengang von Facebook sehr skeptisch war und ich mich beim Rückgang des Aktienkurses nach dem IPO in meiner Skepsis bestätigt sah. Inzwischen ist der Börsenkurs jedoch – zu meiner Überraschung – gestiegen und liegt deutlich über dem ursprünglichen Ausgabepreis. Facebook wird zurzeit mit rund USD 120 Milliarden bewertet. Da der Preis für eine Aktie die Zukunft spiegelt (spiegeln sollte), gehen die Investoren offenbar von enormen künftigen Erträgen aus.

Letzte Woche hat Facebook das Unternehmen Whats App gekauft – für 19 Milliarden USD. Wiederum bin ich skeptisch: lässt sich dieser Kaufpreis rechtfertigen? Was tut dieser Messaging-Dienst, auf dem sich Leute unablässig mehr oder weniger sinnvolle Nachrichten zustellen? Das Ermöglichen vom Austausch von Text und Bild per se macht das Unternehmen nicht interessant. Interessant – und in den Augen von Facebook offenbar lukrativ – sind die Daten, die dabei gesammelt werden. Personen, die sich über Whats App austauschen hinterlassen Spuren – oder eben Daten. Diese Spuren für sich alleine machen auch noch keinen Wert aus. Erst die Aggregation und Auswertung dieser Daten machen offenbar das Unternehmen interessant. Der Wert, den Facebook im Unternehmen sieht, sind die Daten über das Verhalten von Menschen – und letztlich wohl Konsumenten.

Dass der Konsum im und über das Internet weiter an Bedeutung gewinnen wird, ist unbestritten. Doch sind wir tatsächlich so weit, dass die höchsten Werte nun noch über Werbeplattformen mit enormer Reichweite (Facebook), respektive über Plattformen, die denen Auswertungen über unser Verhalten möglich sind (Whats App) geschaffen werden? Ich bleibe skeptisch!

Eine interessante Frage bleibt bei diesen Überlegungen: wie hoch wäre die Börsenkapitalisierung der NSA, wenn man sie denn kaufen könnte? Ich bin sicher, Facebook würde mitbieten!

  

Werner Schiesser


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